Ein ehrliches Gespräch, das viele lieber vermeiden – aber das du jetzt führen solltest.
Im April 2026 haben Sam Altman (OpenAI) und Dario Amodei (Anthropic) fast gleichzeitig dieselbe Warnung ausgesprochen: KI entwickelt sich schneller, als Gesellschaft und Politik darauf vorbereitet sind. Kein Hype, keine Verkaufsmasche – sondern eine nüchterne Einschätzung der Menschen, die die Technologie selbst bauen.
Das Everlast AI-Podcast hat daraufhin drei Experten zusammengebracht: Prof. Dr. Pero Mićić (Zukunftsstratege), Prof. Dr. Andreas Moring (KI & digitale Wirtschaft) und Kim Isenberg (KI-Unternehmer und Newsletter-Autor). Das Ergebnis ist eines der klarsten, sachlichsten Gespräche zum Thema Post-Labor-Economics, das wir bisher gesehen haben.
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Für alle, die lieber lesen – hier die wichtigsten Punkte.
Es ist kein Zukunftsszenario mehr. Es passiert gerade:
Und das ist erst der Anfang. Die Experten sind sich einig: Wir sehen gerade 1–2% der Auswirkungen, die in den nächsten 10 bis 15 Jahren kommen werden.
„Wenn kognitive Jobs wegfallen, werden alle Klempner.“ Dieses Argument kursiert seit Jahren – und klingt beruhigend. Stimmt nur leider nicht ganz.
Zwei Haken, die das Gespräch sehr klar benennt:
Erstens: Selbst in einem Handwerksbetrieb sind rund 70% der Stellen White-Collar-Jobs: Verwaltung, Angebotserstellung, Kundenkommunikation. Alles davon ist durch KI ersetzbar.
Zweitens: Wenn Millionen Büroangestellte ins Handwerk drängen, kollabieren dort die Löhne. Das ist schlicht Angebot und Nachfrage.
Und in 10 bis 15 Jahren wird die Fingerfertigkeit von Robotern die eines Menschen erreichen – dann gerät auch das Handwerk unter Druck.
Das Bild, das die Runde zeichnet, ist das einer Hantel (englisch: Barbell Economy):
Das mittlere Management, klassische Wissensarbeit, koordinierende Rollen – genau das, worauf Deutschlands starke Mittelschicht aufgebaut ist, steht unter massivem Druck.
Sam Altman hat beklagt, Washington sei nicht vorbereitet. Prof. Moring bringt es auf den Punkt: „Da wollen wir mal gar nicht fragen, ob Berlin darauf vorbereitet ist.“
Deutschland befindet sich seit Jahren in einer wirtschaftlichen Stagnation, hat die Digitalisierung verschlafen und kämpft mit Bürokratie, die KI-Experimente im Unternehmen aktiv verhindert. Während US-Firmen täglich neue Coding-Agenten einsetzen, werden hierzulande in vielen mittelständischen Betrieben kritische Informationen noch ausschließlich in Mitarbeiterköpfen gespeichert – und nicht digitalisiert.
Pero Mićić beschreibt drei Szenarien: Horror, Krise und Überfluss. Letzteres ist langfristig das wahrscheinliche Ergebnis – wenn die Produktivitätsgewinne durch KI breit verteilt werden. Arbeitsleistung wird so preiswert, dass Produkte und Dienstleistungen deflationieren. Wie wir heute im Vergleich zu Königen vor 300 Jahren im Überfluss leben, werden wir in 20–30 Jahren im Vergleich zu heute im Überfluss leben.
Das Krisenszenario werden wir kaum vermeiden – es ist der Übergang. Aber das Horrorszenario ist nicht unvermeidlich. Es hängt davon ab, was Unternehmen, Gesellschaft und Politik jetzt tun.
Die drei Experten formulieren klare Handlungsempfehlungen – keine Beruhigungspillen:
1. KI aktiv nutzen, nicht beobachten. Wer heute noch nicht täglich mit KI-Tools arbeitet, verliert Zeit, die er nicht hat.
2. Kein Cyborg werden wollen. KI hat uns schon in vielem überholt. Das Rennen gegen die Maschine zu gewinnen ist die falsche Strategie. Die richtige: das einsetzen, was KI nicht kann. Empathie, Urteilsvermögen, Erfahrungswissen, echte menschliche Beziehungen.
3. Produktives Kapital aufbauen. Wer ausschließlich von Lohnarbeit abhängt, ist langfristig verwundbar. Eigentum an produktivem Kapital – Unternehmensanteile, Aktien – ist das, was Rentner unabhängig macht. Diese Logik gilt zunehmend für alle.
4. Das Unternehmen neu denken. Nicht: Wie ersetze ich Menschen durch KI? Sondern: Wenn wir heute neu starten würden – wie würden wir es aufbauen? Wer das nicht fragt, tut es ein Dutzend Teams irgendwo auf der Welt gerade für dich.
Die ITCS ist seit Jahren der Ort, an dem IT-Talente auf Unternehmen treffen, die Zukunft gestalten wollen. Genau dieser Kontext verändert sich gerade grundlegend.
Für Besucher: Die Frage ist nicht mehr nur „welcher Job passt zu mir?“ – sondern „welche Fähigkeiten sind in 5 Jahren noch gefragt, und wie positioniere ich mich jetzt?“
Für Aussteller: Wer nur Stellen besetzt, verliert. Wer zeigt, wie das eigene Unternehmen mit KI arbeitet und wie Mitarbeitende davon profitieren, zieht die Talente an, die in dieser Welt wirklich Wirkung entfalten.
Das Gespräch im Video ist lang – über 2,5 Stunden. Aber es ist eines der wenigen, das die Debatte nicht auf halber Strecke abbricht.
Welche Fragen treibt euch zum Thema KI und Arbeitsmarkt um? Schreibt uns – oder besprecht sie direkt auf der nächsten ITCS.
Beim ITCS dreht sich alles um Tech, Karriere und die Zukunft der digitalen Welt — von KI und Softwareentwicklung bis Cybersecurity, Cloud und Data.
🎥 In unserer Mediathek findest du Vorträge zu aktuellen Tech-Themen von unseren Events.
🎙️ Im Pizzatime Tech Podcast sprechen wir mit Expert:innen, Unternehmen und der Community über Trends, Technologien und Karriere.
💼 In unserer Jobbörse warten aktuelle Tech-Jobs von Unternehmen, die die digitale Zukunft aktiv gestalten.
Außerdem kannst du den ITCS live auf unseren kommenden Events erleben oder über den Newsletter neue Talks, Jobs und Tech-Insights erhalten.
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